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Donnerstag, 10. Mai 2018

5 Tage Visafrei nach Weißrussland

Seit Anfang 2017 ist es möglich ohne ein aufwendiges und teures Visum nach Weißrussland zu reisen. Bis zu 5 Tage sind dabei Visafrei und genau diesen Zeitraum verbrachte ich in Weißrussland. Um von der neuen Regelung zu profitieren musste ich über den Flughafen Minsk einreisen. Neben meinem Reisepass wurde auch die notwendige Auslandskrankenversicherung genaustens von den Grenzbeamten geprüft. Nach erfolgreicher Einreise fuhr ich mit dem Bus ins Zentrum der weißrussischen Hauptstadt. Dort wohnte ich in einem einfachen Hostel in der kleinen Minsker Altstadt Trinity Hill, am Flussufer der Swislatsch.

Minsk mit 2 Mio. Einwohner größte Stadt von Weißrussland
In mitten der Swislatsch die sich durch ganz Minsk schlängelt, befindet sich die Insel der Tränen. Über eine Bogenbrücke gelangte ich auf das kleine Eiland, dass ein Denkmal und kleinere Skulpturen für die gefallenen Soldaten im sowetischen Afgahnistankireg beheimatet. Anschließend lief ich eine Runde entlang des Flusses bis die Dämmerung einsetzte.

Insel der Tränen
Denkmal an die gefallenen Soldaten im sowjetischen Afgahnistankrieg
Skulptur der Tränen
Den zweiten Tag in Minsk begann ich zusammen mit rund zehn weiteren Touristen auf der einzigen angebotenen Free Walking Tour durch das Zentrum von Minsk. Die 2,5 stündige Stadtführung begann am Rathaus. Von dort aus führte uns der Guide vorbei an Trinity Hill und dem Opernhaus bis hin zum Unabhängigkeitsdenkmal.

Opernhaus von Minsk
Swislatsch Fluss
Sowjetisches Plakat unterhalb des Unabhängigkeitsdenkmal
Unabhängigkeitsdenkmal von Weißrussland
Am Nachmittag begab ich mich per Metro und Bus in den Süden der mit 2 Millionen Einwohnern größten Stadt des Landes. Mein erklärtes Ziel war der Besuch des 3.000 Plätze fassenden FK Minsk Stadion. Der zweit populärste Minsker Fußballverein FK Minsk spielte vor rund 500 Zuschauern gegen Dinamo Brest sein Ligaspiel der weißrussischen Wyschejschaja Liha. Die abwechslungsreiche Partie endete 3:3.

Verwaltungsgebäude am Stadion des FK Minsk
Gegentribühne des FK Minsk Stadion
Tag 3 verbrachte ich bei strahlendem Sonnenschein in eigener Regie. Mit dem Bus fuhr ich zunächst zum Oktoberplatz. An diesem rieseigen Platz befindet sich der Palast der Republik, ein beeindruckender Sowjetbau. Gleich neben an ist das Kulturzentrum samt Meter hoher Fahnen für die Feier zum Tag des Sieges am 9. Mai.

Palast der Republik am Oktoberplatz
Dekoration für den Tag des Sieges
Von dort aus lief ich entlang der Hauptstraße Niezalieznasci bis zum Unabhängigkeitsplatz. Auch hier befinden sich einige Sehenswürdigkeiten, wie die als Rote Kirche bekannte römisch-katholische Kirche des Heiligen Simon und der Heiligen Helena. Ein paar Meter weiter findet man eine große Lenin Statue vor dem Haus der Regierung.

Grünstreifen an der Niezalieznasci
Unabhängigkeitsplatz mit Roter Kirche
Lenin Statue vor dem Haus der Regierung
Mein Weg führte mich dann weiter in Richtung Bahnhof und den Türmen von Minsk. Vorbei am großen Dinamo Stadion bog ich auf die Oktober Straße ein. Neben mehreren Bars und Cafés ist die Straße für ihre jährliche wechselnde Street Art bekannt. Weißrussische Künstler dürfen hier Hausfassaden mit Graffiti gestalten, die einmal jährlich in einem Wettbewerb wechseln.

Türme von Minsk
Street Art in der Oktoberstraße
Großflächiges Graffiti
Graffiti in der Oktoberstraße
Letztes Ziel war am späten Nachmittag das Kriegsdenkmal auf dem Hügel des Victoria Parks. Damit konnte ich weitesgehend alle Sehenswürdigkeiten dieser überraschend schönen Stadt besichtigen. Herausragend ist die Sauberkeit in der gesamten Stadt, die mit ihrem Sowjet Chic beindruckt.

Sowjetkunst trifft Moderne
Kriegsdenkmal
Blick vom Kriegsdenkmal
An meinem letzten Tag in Weißrussland besichtigte ich mit einer 6-köpfigen Truppe die zwei zum UNESCO Weltkulturerbe gehörenden Schlösser von Mir und Niesvizh. Zunächst fuhren wir am frühen Morgen ins 100 km südwestlich gelegen Mir. Dort angekommen besichtigten wir samt Guide den Schloßkomplex. Anschließend hatten wir genügend Zeit um das Gelände und das Schloss auf eigene Faust zu erkunden.

Schloss Mir
Kampfszene einer mittelalterlichen Darbietung
Kirche auf dem Gelände der Schlossanlage Mir
Im Anschluss fuhren wir ins 30 km entfernte Niesvizh. Nach einem kleinen Spaziergang durch den Ort gab es ein leckeres weißrussisches Mittagessen, bevor wir die Schloßanlage besuchten. Auch hier hieß es eine Runde um Schloß herum und danach fast 2 Stunden Führung im inneren der Anlage der Radziwill Familie.

Hauptplatz in Niesvizh
Schloss von Niesvizh
6-köpfige Gruppe mit Guide in Niesvizh
Spielzimmer von Schloss Niesvizh
Nach der Tour blieb noch etwas Zeit für eine eigene Runde im Park, bevor die 1,5 stündige Rückfahrt anstand. Am folgenden Morgen hieß es dann auch schon Abschied nehmen von Weißrussland. Mit dem Bus dauerte es eine Stunde bis zum Flughafen. Dort hatte ich noch ein bisschen Zeit für die eine kostenlose Erkundung des Flugzeugmuseums. Auf der Freifläche vor dem Flughafengebäude finden sich sieben ausgediehnte historische sowjetische Flugzeuge.

Alte Iljuschin Il-76
Kurz darauf passierte ich die ebenso gründliche Passkontrolle bei der Außreise und flog nach 5 Tagen zurück nach Deutschland. Bis 2019 soll die Visafrei Einreise auf 10 Tage ausgedeht werden, was dem Tourismus in Weißrussland dann den nächsten Schub geben wird.
Montag, 9. April 2018

Kurzkreuzfahrt von Hamburg nach Le Havre

Zum zweiten Mal nach meiner Transatlantik-Kreuzfahrt im Juni 2016 ging ich wieder an Board eines Kreuzfahrtschiffes. Doch zuvor hatte ich noch einen Tag in der schönen Hansestadt Hamburg die Ausgangspunkt dieses Kurztripps war. Auf dieser Reise wurde ich erneut von Sebastian begleitet. Da mir Hamburg schon von früheren Besuchen gut bekannt war, ließen wir den Tag in der Hansestadt ruhig angehen. Erstes Ziel war die im November 2016 fertiggestellte Elbphilharmonie. Das imposante Gebäude kann nicht nur von außen sondern auch kostenfrei von einer Aussichtsplattform mit Blick auf die Elbe und die Speicherstadt besichtigt werden.

Elbphilharmonie Hamburg
Blick auf die Speicherstadt
Anschließend besuchte ich mit Sebastian das Hamburger Gewürzmuseum in der Speicherstadt. Die Hamburger Speicherstadt ist der weltgrößte historische Lagerhauskomplex und seit 2015 UNESCO-Weltkulturerbe. Das Gewürzmuseum bietet in einem der alten Lagerhäuser einen Einblick in die Geschichte des Gewürzhandels und rund 50 Gewürze zum riechen und schmecken an.

Alte Gewürzsortiermaschine
Gewürzproben im Hamburger Gewürzmuseum
Am Nachmittag traff ich die Hamburgerin Lynn auf einen Kaffee wieder. Wir hatten uns während meinem Aufenthalt in der Sprachschule in Santiago kennen gelernt. Auch die Sonne ließ sich blicken, so ließen wir den Nachmittag bei einem Spaziergang um die Binnenalster ausklingen.

Mit Lynn an der Binnenalster
Am Abend traff ich dann noch meinen Hamburger Kumpel Gerald, erstmals seit unserer gemeinsamen Wanderung auf dem Salkantay Trek nach Machu Picchu wieder. Er zeigte mir und Sebastian eine tolle Bar mit Blick auf den Hamburger Hafen und leckeren Cocktails.

Tower Bar Hamburg
Nach einer Nacht bei Gerald machten wir uns auf den Weg nach Altona wo am Mittag unser Boarding für die Kreuzfahrt auf der MSC Magnifica anstand. Leider dauerte das Boarding ganze 3 Stunden, da ein Großteil der 2.518 Passagiere hier ein Bord ging. Dennoch reichte es rechtzeitig für unser inkludiertes Abendessen im Boardrestaurant. Beim Abendessen gibt es eine Menükarte, die täglich wechselt. Dabei stehen 4-5 Vor-, Haupt- und Nachspeisen zur Auswahl. Vegetarier hatten mindestens zwei Gerichte zur Auswahl. Anschließend folgte die obligatorische Sicherheitsübung im Theater, bevor das Schiff am Hamburger Hafen ablegte und Elbaufwärts in Richtung Nordsee fuhr.

Sicherheitsübung im Theater
Schneeregen auf dem Sonnendeck bei der Abfahrt aus Hamburg
Hamburger Hafen bei Nacht
Tag 2 an Board der MSC Magnifica der schweizer Rederrei MSC Cruises war ein Seetag. Diesen begannen wir nach Stärkung am reichhaltigen Frühstücksbuffet mit einem Rundgang über die 14 Decks des 293,8 Meter langen Schiffes. Der übrige Tag gestaltete sich dann entspannt mit Blick auf die Nordsee.

Sonnendeck während des Seetages
Wenig Los auf dem Außendeck
Belebter Innenpool
"Blauer Gang" am Bug
Nach der zweiten Nacht in unserer Innenkabine auf Deck 10 erreichten wir den Hafen der Südenglischen Stadt Southampton. Dabei empfing uns die Stadt typisch mit britischem Nieselregen. So entschieden wir uns schnell für den Besuch des Solent Sky Museum als erstem Ziel während unseres Tagesaufenthaltes. Das Solent Sky Museum ist das Flug-Museum der Region Solent und Hampshire. Zu den Exponaten zählen zahlreiche ausgediente Flugzeuge und Fluggeräte. Das Herz der Ausstellung ist die begehbare Short Sandringham, einem 26,3 m langen und knapp 7 m hohen zivilen Wasserflugzeug. In der obersten Etage findet sich noch eine kleinere Ausstellung des dazugehörigen Polizei- und Feuerwehrmuseum mit Equipment aus dem vorigen Jahrhundert.

Spitfire
Wasserflugzeug Short Sandringham
Altes Feuerwehrequipment
Im Anschluss an das Museum spazierten wir in die Innenstadt von Southampton. Eingebettet in Cafes, Restaurantes und einer großen Shopping-Mall finden sich dort noch Reste der alten Stadtmauer. Diese wurde 1338 zum ersten Mal zur Verteidigung gegen die Franzosen während des Ärmelkanalkrieges erbaut. Herzstück der noch vorhandenen Verteidigungsanlage ist das mittelalterliche Stadttor Bargate von 1180. Es ist eines der Wahrzeichen der Sea City wie sich Southampton selbst bezeichnet.

Stadtmauer trifft auf Shopping-Mall
Mit Sebastian vor dem Bargate von 1180
Den Namen Sea City trägt passenderweise auch das Stadtmuseum nördlich des Zentrums. Den Großteil des Museums umfasst die Ausstellung über die Tragödie der Titanic von 1912. Southampton war der letze Hafen vor der Überfahrt nach Amerika und die meisten Passagiere stiegen hier zu. Außerdem beherbergt das SeaCity Museum eine wechselnde Sonderausstellung. In meinem Fall eine über den Ortsansässigen Premier League Verein Southampton FC, auch bekannt unter dem Spitznamen "The Saints" (Die Heiligen).

Sonderausstellung "We March On" im SeaCity Museum
Danach machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Schiff. Jedoch nicht ohne voher zur Happy Hour in einem typischen englischen Pub für ein Pint einzukehren und uns auf den letzten Abend an Bord der MSC Magnifica einzustimmen.

Pint zur Happy Hour
Am nächsten Morgen erreichten wir auf der Anderen Seite des Ärmelkanals gelegen die französische Küstenstadt Le Havre. Nach dem Anlegen mussten wir bereits um 8:00 Uhr unsere Kabine für das Reinigungspersonal räumen. Die MSC Magnifica fuhr an diesem Abend über Belgien und die Niederlande zurück nach Hamburg. Für Sebastian und mich hieß es nach dem Frühstück ausschiffen und am Vormittag ein wenig Le Havre erkunden.

Blick von der MSC Magnifica auf den Hafen von Le Havre
Container-Kunst
Die MSC Magnifica im Hafen von Le Havre
Bassin du Commerce am Place General de Gaulle
Das nette Zentrum hatten wir relativ schnell durch, so machten wir uns zeitnah auf zum Busbahnhof von wo aus unser vorab gebuchter Bus nach Paris abfuhr. In der französischen Hauptstadt hatten wir nach einer 2-stündigen Busfahrt noch ein paar Stunden Zeit, bevor uns ein Flieger der französischen Regionalfluggesellschaft HOP! zurück nach Deutschland brachte.